Fogging in Wohnungen – nicht mit Schimmel verwechseln

Dunkle Verfärbungen an Wänden und Decken, rußähnliche Staubablagerungen im Wohnbereich, sogar ganze Wände werden schwarz: Dieses relativ neuartige Phänomen wird als Fogging, Schwarzstaubablagerung oder auch Magic Dust betitelt.  

Es tritt immer häufiger in Wohnungen auf und wird meist fälschlicherweise zunächst als Schimmelpilz identifiziert: das sogenannte Fogging. Innerhalb weniger Tage oder sogar nur Stunden kann der Wohnraum mit einer schwarzen Staubschicht bedeckt sein. Von dunklen Stellen an Wänden und Decken können sich die Staubablagerungen sogar auf mehrere Räume ausbreiten und ganze Möbel, Kleidungsstücke und andere Gegenstände bedecken. Viele Laien denken zunächst an einen Schimmelbefall, jedoch hat das Fogging ganz andere Ursachen. Diese plötzliche Schwärzung von Teilen der Wohnung tritt in vielen Fällen zu Beginn der Heizperiode oder direkt nach Renovierungsarbeiten auf, wobei die genauen Ursachen nicht abschließend geklärt sind.

Experten vermuten einen Zusammenhang zwischen schwerflüchtigen organischen Verbindungen (SVOC) und dem plötzlichen Auftreten der rußähnlichen Staubablagerungen. SVOC gasen vor allem in frisch renovierten Wohnungen aus und setzen sich an kalten oder elektrostatisch geladenen Flächen ab, wo sie einen klebrigen Film hinterlassen. Hierauf lagern sich Staubteilchen ab und bilden den als Fogging bekannten dunklen, schmierig-öligen Film. In Verdacht stehen hierbei insbesondere Weichmacherverbindungen und synthetische Baustoffe mit Lösemitteln.

Bisher keine eindeutige Ursache gefunden

Dies sind allerdings nur Vermutungen und Indizien des Fogging-Effekts. So gibt es auch Fälle, bei denen keine Weichmacher oder synthetische Baustoffe eine Rolle spielten. Ein weiterer Faktor, der das Fogging verstärkt, ist der Beginn der Heizperiode. In dieser Zeit wird tendenziell weniger gelüftet, was einen Konzentrationsanstieg der schwerflüchtigen organischen Verbindungen in der Innenraumluft zur Folge haben kann.

Wer Zuhause dunkle, rußähnliche Ablagerungen an Wänden und Decken entdeckt, sollte also nicht nur an einen möglichen Schimmelbefall denken und schnellstmöglich einen Fachmann zu Rate ziehen.

Häufiger Baumangel: Offene Stoßfugen im Mauerwerk

In der heutigen Bauweise von Ein- und Mehrfamilienhäusern gibt es einen erheblichen Unterschied zu der von vor einigen Jahren bzw. Jahrzehnten: Die Steine werden beim Mauern meist nur noch in der Lagerfuge verklebt und nicht mehr vermörtelt, woraus häufig offene Stoßfugen resultieren. Ein Problem, das vielen Unternehmen und Bauherren meist gar nicht bewusst ist.

Sachverständige des Verbands Privater Bauherren (VPB) haben bei Baustellenkontrollen festgestellt, dass das Verkleben der Lagerfugen in vielen Fällen nicht fachkundig durchgeführt wird. Die vertikalen Stoßfugen klaffen zu weit auseinander, sodass teilweise sogar durch die Steine hindurchgesehen werden kann. Diese fachlichen Fehler wurden bei rund 70% der begutachteten Neubauten festgestellt. Als Mangel gilt es nach DIN EN 1996/NA, sobald die Fuge größer als 5mm ist. Sind die Stoßfugen breiter als 5mm, müssen sie vor dem Verputzen verschlossen werden.

Offene Stoßfugen beeinflussen Standsicherung und Schallschutz des Hauses  

Nicht fachgerechtes Mauern kann neben möglichen Beeinträchtigungen des Schallschutzes auch Auswirkungen auf die Standsicherheit haben. Sind viele Fehlerstellen in der Mauer zu finden, vor allem parallel liegende, wie zu geringe Überbindemaße oder zu geringer Mörtelauftrag, können später Risse im Putz entstehen. Insbesondere bei tragenden Wänden spielt dies eine große Rolle.

Auch den Einfluss auf den Schallschutz darf man nicht unterschätzen. Bei Einfamilienhäusern spielt dieser zwar nicht so eine immense Rolle, jedoch bei Mehrfamilien- und Geschosswohnhäusern dafür umso stärker. Je größer der Verlust des Schallschutzes, desto hellhöriger ist auch das Gebäude. Bauherren sollten deshalb ihre Baustelle von einem fachkundigen Experten begutachten lassen. Sollten große Lücken bei den Stoßfugen im Mauerwerk festgestellt werden, sind diese technischen Fehler nachzubessern. Im Zweifel kann dies den Rück- und Neubau der Mauer bedeuten.

Weitere Informationen gibt es auf der Webseite der VPB: 

Deutscher Schimmelpilztag 2016

23. Pilztagung – Fachtagung für biogene Schadstoffe

Im letzten Jahr konnten die Veranstalter einen neuen Besucherrekord verzeichnen. Nicht zuletzt ist dies der Tatsache geschuldet, dass auf der 22. Pilztagung erstmalig praxisbezogene Workshops angeboten wurden. Dieser Erfolg soll auch in diesem Jahr fortgeführt werden, sodass die Teilnehmer auf der 23. Pilztagung ein spannendes, interaktives Programm mit einer beeindruckenden Abschlussrednerin erwartet.

Am ersten Tagungstag werden praxisbezogene Workshops angeboten, bei denen die Teilnehmer je nach Interesse tiefer in unterschiedliche Themenfelder einsteigen können. Am Vor- und Nachmittag werden jeweils sechs unterschiedliche Workshops mit Schwerpunkten wie technische Trocknung, Gebäudediagnostik, Probenahmen, Arbeitsschutz und Sanierung parallel durchgeführt.

Am zweiten Tag geht es mit interessanten Beiträgen zum Thema Pilzbefall weiter. Ein Themenschwerpunkt ist hierbei Schimmel auf Holz. Wie verhält sich der Pilz auf Holz? Was ist bei der Sanierung zu beachten? Weitere Beiträge berichten über MCF (mikrokoloniale Pilze), über Nanopartikel, die Schimmelpilzinfektionen in den Atemwegen beeinflussen sowie über Schadensersatzansprüche und rechtliche Aspekte bei Schimmelpilzbefall in Mietwohnungen.

Highlight in diesem Jahr ist die Abschlussrednerin: Prof. Dr. Hannah Monyer, Klinische Neurobiologie des Universitätsklinikums Heidelberg, ist seit über 30 Jahren in der Forschung tätig, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes und des Gottfried Wilhelm Leibniz Preises der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Sie wird die Wirkung des Schimmelgeruchs auf die Gesundheit der Menschen ins Zentrum ihres Vortrages stellen.

Hier geht es zur Webseite der 23. Pilztagung:

Das Haus im Frühjahrscheck

Der Frühling ist endlich da und mit ihm startet der große Frühjahrsputz in vielen Häusern, Wohnungen, Garagen und Kellern: Großreinemachen, Entrümpeln, Sortieren, Platz schaffen. Doch wussten Sie, dass Sie Ihr Haus auch einem gründlichen Check unterziehen sollten?

Sind die kalten Wintermonate vorbei, sollten Besitzer von Häusern und Eigentumswohnungen ihre Immobilie auf mögliche Folgeschäden überprüfen. Das Frühjahr ist der ideale Zeitpunkt, um identifizierte Winterschäden zu beheben. Wir zeigen auf, worauf Sie hierbei achten sollten.

Dächer

Ein besonderes Augenmerk nach dem Winter gilt immer dem Dach, denn dieses wird in der kalten Jahreszeit besonders stark beansprucht. Prüfen Sie, ob Dachziegel gesplittert, zerbrochen oder verrutscht sind. Die Regenrinnen sollten vom Herbstlaub befreit werden, damit Regenwasser ordentlich abfließen kann. Die Blechschürzen rund um Kamin, Gaube und Kehlen können Risse gebildet haben, sodass Feuchtigkeit ins Gemäuer oder Gebälk dringt. Besitzer einer Solaranlage sollten diese auf mögliche Schäden kontrollieren.  Auch das Innere des Daches sollte auf eingedrungene Feuchtigkeit geprüft werden, denn hier droht zudem Schimmelgefahr.

Gut zu wissen: Hausbesitzer müssen regelmäßige Kontrollen des Daches durch einen Sachverständigen nachweisen können, denn andernfalls können sie für Sturmschäden haftbar gemacht werden. Hat Ihr Dach durch die letzten Herbst- und Winterstürme gelitten, sollten Sie es zeitnah fachmännisch reparieren lassen.

Fassaden

Nach einem Winter mit viel Niederschlag, sei es nun Regen oder Schnee, lohnt sich der Check Ihrer Fassaden. Hier sollte mit einem Adlerauge auf neu aufgetretene Risse sowie mögliche Vergrößerungen einst harmloser Haarrisse geachtet werden. Zudem sollten Sie prüfen, ob der Putz an einigen Stellen hohl klingt oder der Anstrich abblättert.

Fenster

Auch Fenster sollten regelmäßig gewartet werden. Schließen diese nicht mehr zuverlässig, sind die Dichtungen porös, schleifen die Fensterbügel oder blättert die Farbe bei Holzfenstern ab? 

Heizung

Die Heizung hat im Winter Dauereinsatz. Prüfen Sie im Frühling, ob die Heizungsanlage unbeschadet durch diese Zeit gekommen ist. Funktionieren Elektronik, Pumpe und Elektrik noch einwandfrei? Die Heizung kann nun auf den Sommerbetrieb eingestellt werden.  

Energetische Sanierung

Sollten Reparaturen an Fassade oder Dach nötig sein, lohnt sich bei alten Häusern der Blick auf die Energieeffizienz: Oftmals können im Zuge der Reparatur energetische Sanierungen gleich mit angegangen werden. Vor Beginn der Sanierungsarbeiten sollte jedoch immer ein unabhängiger Sachverständiger zu Rate gezogen werden, der eine Analyse mit einem anschließenden Sanierungsplan anfertigt.

Tipp

Beauftragen Sie in den nächsten Wochen den Fachbetrieb Ihres Vertrauens, denn zu dieser Zeit sind die meisten Handwerksbetriebe noch nicht vollkommen ausgelastet und Sie können die Arbeiten in Ruhe erledigt wissen. Zum Herbst hin lassen viele Besitzer ihre Immobilie winterfest machen, sodass die meisten Firmen dann komplett ausgebucht sind.

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