Fugenkreuzsystem

Das Fugenkreuzsystem ist eine spezielle Trocknungstechnik, die bei verfliesten Oberflächen eingesetzt wird. Ein Fugenkreuzsystem besteht in der Regel aus einem strömungsoptimierten Verteiler, welcher an den Seitenkanalverdichter angeschlossen wird, flexiblen Luftschläuchen und feinen Fugendüsen. Maßgeblicher Anwendungsbereich ist die Dämmschichttrocknung.

Konkret werden nach einem Wasserschaden Löcher in die Fugenkreuze gebohrt, welche bis in die Estrich-Dämmschicht reichen. Anschließend werden die Fugendüsen in die Bohrlöcher eingesetzt und mit den Luftschläuchen verbunden, welche sich am Verteiler aufeinandertreffen. Das Luft-Wasser-Gemisch kann dann entweder über den Seitenkanalverdichter abgesaugt oder Trockenluft in die Dämmschicht eingeblasen werden.

Das Fugenkreuzsystem unterstützt somit eine effiziente Dämmschichttrocknung, ohne dass geflieste Bodenbeläge beschädigt oder demontiert werden müssen.

Gefriertrocknung

Bei der Gefriertrocknung handelt es sich um ein schonendes Trocknungsverfahren, das auf den physikalischen Prozessen der Sublimation beruht. Dabei wird das zu beseitigende Wasser im Material direkt vom gefrorenen in den gasförmigen Zustand gebracht. Nach der zweistufigen Gefriertrocknung liegt der Wassergehalt dann nur noch zwischen 1 – 4 %.

Aufgrund ihrer Eigenschaften wird die Gefriertrocknung insbesondere bei Wasserschäden an Papier, zum Beispiel Akten oder Bücher, eingesetzt. Hier bleibt bei korrekter Anwendung sogar die Struktur des Papiers erhalten.

Infrarottrocknung

Mithilfe der Infrarottrocknung können massive Bauteile nach zum Beispiel einem Wasserschaden getrocknet werden. Die Infrarotstrahlung ist im Gegensatz zu Mikrowellen ungefährlich und bringt ähnliche Vorteile: eine kurze Trocknungszeit und eine hohe Effizienz.

Zum Aufheizen der Wandfläche werden Infrarotplatten eingesetzt. Sie bewirken durch die Infrarotstrahlung ein Partikeldruckgefälle, wodurch das Wasser im Baustoff zur Oberfläche geführt und dort an die Raumluft abgegeben wird. Dieses kann dann mittels Luftentfeuchtern final extrahiert werden, was die Raumtrocknung dann auch abschließt.

Mikrowellentrocknung

Die Mikrowellentrocknung gilt bei der Gebäudetrocknung, Wasserschadenbeseitigung und Schimmelpilzbeseitigung als hocheffizientes Anwendungsverfahren. So kann die Bausubstanz vollständig wiederhergestellt werden und Bakterien oder Keime in einem Arbeitsgang abgetötet werden.

Das Prinzip dieser Trocknungsmethode ist so einfach wie wirkungsvoll. Mikrowellen dringen tief in den Baustoff ein und versetzen das darin enthaltene Wasser in Schwingungen. Aufgrund der Schwingungen entsteht dann Reibung zwischen den Wassermolekülen, wodurch sie sich schließlich erwärmen. Der Baustoff wird also von innen heraus aufgeheizt und trocknet aufgrund dessen aus.

Der Nachteil bei der Mikrowellentrocknung liegt in der Gesundheitsgefahr für Menschen. Deshalb müssen zu trocknende Räume verschlossen und elektronische Geräte, die von Mikrowellen beschädigt werden können, aus dem Trocknungsbereich entfernt werden.

Vorteile sind dagegen die Wärmeentstehung im Inneren des Baustoffs sowie die vergleichsweise kurze Trocknungsdauer. Nicht zuletzt werden Schimmel & Co. nachhaltig abgetötet, weshalb eine chemische Desinfektion im Nachhinein entfällt.

Randfugentrocknung

Bei der Randfugentrocknung werden die namensgebenden Randfugen des Fussbodens geöffnet. An einer Seite wird dann Trockenluft eingeblasen und an der gegenüberliegenden Seite abgesaugt. Dadurch entsteht ein Luftstrom unter dem Estrich, welcher die Unterbodenkonstruktion schließlich trocknet.

Die Randfugentrocknung wird meistens dann gewählt, wenn der Bodenbelag nicht vollständig zerstört werden darf/soll. Welches Trocknungsverfahren tatsächlich eingesetzt werden kann, hängt darüber hinaus immer von den örtlichen Gegebenheiten sowie der Einschätzung des Sanierungsbetriebes ab.