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Richtlinien zur Leitungswasserschaden-Sanierung veröffentlicht

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) e. V. hat in Zusammenarbeit mit Verbänden der Sanierungsbranche und der Sachverständigen die aktuellen Richtlinien zur Leitungswasserschaden-Sanierung (VdS 3150) erstellt und veröffentlicht.

Mit jährlich weit über eine Million Schadensfällen zählt der Leitungswasserschaden in Deutschland zum Tagesgeschäft. Die Mehrheit der Fälle wird ohne besonderen Aufwand rasch und ordnungsgemäß abgeschlossen. Für Sanierungsbetriebe und Sachverständige eine Frage der Routine. Potenzielle oder tatsächlich betroffene Verbraucher stellen sich dennoch die Frage, was sie im Schadenfall tun können, damit die Behebung möglichst reibungslos verläuft. Auch die Mitarbeiter in den Schadenabteilungen der Versicherer profitieren von einer Orientierungshilfe. Daher richtet sich die VdS 3150 in erster Linie an eben diese Zielgruppe, aber ebenso an Leser aus der Fachwelt.

Die Richtlinien beschreiben ausführlich den optimalen Ablauf der Behebung von Leitungswasserschäden – von der initialen Schadenfeststellung bis zur abschließenden Entschädigungszahlung. Sie sollen außerdem dazu beitragen, dass die Schadenbehebung von allen Beteiligten als kooperativer Prozess verstanden wird. Sie enthalten klare und verständliche Hinweise und Erläuterungen, wer im Normalfall eines Leitungswasserschadens was beachten muss und wer die einzelnen Teilaufgaben erfüllen sollte.

Kurzübersicht zu den Inhalten:

  • Anwendungsbereich und Ziele der VdS 3150
  • Schadenmeldung des Versicherungsnehmers an den Versicherer
  • Abstimmung zwischen Versicherungsnehmer und Versicherer
  • Feststellung und Behebung der Schadenursache
  • Wiederherstellung und Instandsetzung
  • Erstmaßnahmen, Abnahme, Gewährleistung, Literatur

>> Richtlinien zur Leitungswasserschaden-Sanierung online bestellen

Naturgefahrenreport 2017 – eine Schaden-Chronik

Welche verheerenden Schäden Starkregen in Deutschland verursacht, zeigt der Naturgefahrenreport 2017, eine Publikation des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Flusshochwasser ist nur in ufernahen Gebieten ein Risiko. Überschwemmungen durch Starkregen können sich dagegen bundesweit ereignen und katastrophale Schäden verursachen. Dies bilanziert auch der Naturgefahrenreport 2017: Während die Höhe der Überschwemmungsschäden im Jahr 2015 noch rund 100 Millionen Euro betrug, verzehnfachte sich die Summe der Versicherungsschäden 2016 auf rund 940 Millionen Euro. Seit 1999 waren lediglich die Hochwasserkatastrophen von 2002 mit 1,8 Milliarden Euro und 2013 mit 1,65 Milliarden Euro verheerender.

Unwetterrisiko nimmt weiter zu

Laufende Studien lassen bereits einen gefährlichen Trend erkennen. Demnach verkürzt sich der Zeitraum zwischen schadenarmen und schadenreichen Jahren. Unwetter und Starkregen haben so allein im Sommer 2017 Versicherungsschäden in Höhe von 600 Millionen Euro verursacht.

>> Naturgefahrenreport 2017 – die Schaden-Chronik des GDV.
>> Naturgefahrenreport 2017 – illustrierter Serviceteil.

Problemstellen: Hier fühlen sich Schimmelpilze wohl

In den Wintermonaten häuft sich üblicherweise die Zahl der Feuchtigkeits- und Schimmelpilzschäden. Da sie aber meist im Verborgenen liegen, wird längst nicht jeder Schaden sofort erkannt. Im Frühjahr sollten Eigentümer und Mieter ihr Objekt daher sorgfältig kontrollieren und an einigen Stellen etwas genauer hinschauen.

Ungedämmte Außenwände sind grundsätzlich anfällig für Schimmel. Kühlen sie im Winter aus, bildet sich an der Innenseite Kondenswasser. Bleiben die Wände lange feucht, entstehen mit hoher Wahrscheinlichkeit Schimmelpilze. Eine gründliche Schimmelkontrolle ist also insbesondere in Altbauten Pflicht. Es kann aber auch ganz andere Bereiche im Haus treffen.

  1. Fenster: Kontrollieren Sie die Fensterlaibungen, vor allem in unsanierten Altbauten.
  2. Heizkörper: Heizkörpernischen in nicht durchgehend beheizten Räumen sind häufig auf der gesamten Fläche schimmelgefährdet, da die Außenwand hier aufgrund geringer Dicke stärker auskühlt.
  3. Zimmerecken: Die Ecken an Böden und Decken sind anfällig für die Ablagerung von Kondenswasser und sollten entsprechend kontrolliert werden.
  4. Möbel: Hinter sowie unter Möbeln zirkuliert die Luft nur schlecht. Bildet sich hier Kondenswasser findet Schimmel, zusätzlich noch durch die Staubbelastung, eine optimale Nahrungsgrundlage.
  5. Silikonfugen: Im Bad oder in der Küche entstehen große Menge Feuchtigkeit, die an den Silikonfugen zur Bildung von Schimmelpilzen führen können.

Entdecken Sie bei Ihrer Kontrolle tatsächlich kleinflächigen Schimmelbefall, können Sie ihn mit Brennspiritus oder Isopropylalkohol vorsichtig beseitigen. Bei befallenen Flächen von über einem halben Quadratmeter ist allerdings ein Fachbetrieb mit der Sanierung zu beauftragen – das empfiehlt auch das Umweltbundesamt. Kehrt der Schimmel an bestimmten Stellen gar immer wieder, könnten Schäden am Bauwerk vorliegen. In diesem Fall sollten Sie ebenso wenig zögern, die Ursache durch einen Sachverständigen analysieren zu lassen.

>> Hilfe bei Schimmelbefall in Gebäuden.

22. Pilztagung – Bewerten und Sanieren

Der Berufsverband Deutscher Baubiologen VDB e.V. lädt am 19. und 20. Juni 2018 zur 22. Pilztagung im RAMADA Hotel Micador in Wiesbaden-Niedernhausen.

Aktuell bewegt eine Diskussion um Asbest in Putzen, Spachtelmassen und Klebstoffen bei der Schimmelpilzsanierung die Branche. Die 22. Pilztagung behandelt dieses brisante Thema daher in einem eigenen Block und lässt Experten aus den einzelnen Fachbereichen Stellung beziehen. In weiteren Vorträgen referieren renommierte Größen zudem über das Patent- und Urheberrecht sowie die Sanierung in medizinischen Einrichtungen.

Interaktives Programm nun umfangreicher
In diesem Jahr organisieren die Verantwortlichen erstmalig sechs unterschiedliche Workshops am ersten Tag der Veranstaltung. Sie können in kleinen Gruppen an insgesamt drei praxisnahen Workshops teilnehmen. Damit reagieren die Veranstalter auf das rege Interesse der vergangenen Jahre und auch auf den Wunsch zahlreicher Teilnehmer.

Die Themen der Workshops:

  • Reinigung von Lüftungsanlagen
  • Umgang mit Schimmelspürhunden
  • Holzzerstörende Pilze
  • Wirkung von Flächenheizung auf Bauteile
  • Umgebungsschutz, Schleusen und Unterdruckhaltung
  • Tipps und Tricks im Umgang mit Probenahmegeräte für Schimmelpilze und MVOC
  • Klebefilmproben und Mikroskopie

Alle Informationen zur 22. Pilztagung

Verbraucher verkennen den Versicherungsschutz bei Hochwasser

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) informiert über die häufigsten Irrtümer der Verbraucher zum Versicherungsschutz bei Hochwasser.

Bundesweit geht ein Großteil der Bevölkerung davon aus, dass sie Bilder von Hochwasser nur über den TV-Bildschirm erreichen. Selbst von einer derartigen Katastrophe heimgesucht zu werden scheint kategorisch ausgeschlossen. Dabei entstanden allein bei der Flut im Jahr 2013 rund 85 % der versicherten Schäden abseits der Flüsse und Seen. Wie aktuell das Thema ist beschrieben wir bereits in unserem Beitrag „Versicherungsschutz bei Hochwasser & Starkregen bleibt Thema“.

Hochwasserrisiko wird unterschätzt
Der erste Irrtum vieler Hausbesitzer ist die Risikobewertung. Schließlich droht Hochwasser nicht nur dann, wenn Flüsse über ihre Ufer treten – Starkregen und die Klimaerwärmung weiten die Risikogebiete zunehmend aus. Ob das eigene Gebäude in einer Überschwemmungszone steht erfahren Eigentümer durch die Prüfung von Experten oder auf www.hochwasser-pass.com.

Versicherungsschutz oft unzureichend
Zwar stieg die Versicherungsdichte beim Schutz vor Naturgefahren im Jahr 2017 an, jedoch sind nach wie vor rund 60 % der Versicherungsnehmer mangelhaft gegen Hochwasser abgesichert. Meist fehlt innerhalb der Wohngebäudeversicherung die separate Elementarschadenversicherung. Während der Elementarschutz bei neuen Verträgen mitangeboten wird sollten bestehende Policen dringend geprüft und ggf. erweitert werden.

Versicherungsschutz nicht wirtschaftlich
Laut Forsa-Umfrage sind drei Viertel der Bundesbürger der Meinung, dass ein Versicherungsschutz entweder gar nicht erst möglich ist oder die Kosten der Versicherung ihren Nutzen übersteigen. Aktuelle Risikoanalysen und bauliche Präventivmaßnahmen belegen allerdings das Gegenteil. Neuesten Schätzungen zufolge können 99 % der Gebäude gegen Hochwasser versichert werden.

Hochwasserschäden sind unvermeidbar
Gemäß einer ebenfalls weit verbreiteten Ansicht fühlen sich Hausbesitzer den Wassermassen hilflos ausgeliefert. Dabei bestehen realistische Optionen die Innenräume vor Überschwemmungen zu schützen. Beim Neubau sollten Risikogebiete beispielsweise konsequent gemieden werden. Gebäude innerhalb von Hochwasserzonen können dagegen mit wasserdichten Fenstern, Türen und Wänden aufgerüstet werden. Ebenso hilft eine Rückstausicherung Schäden im Haus abzuwenden.

Staat bezahlt Hochwasserschäden
Wer sich beim Hochwasserrisiko auf staatliche Mittel verlässt geht ein existentielles Risiko ein. Auch wenn die Bundesregierung 2002 und 2013 finanzielle Unterstützung bewilligte, handelte sie dennoch freiwillig. Vielmehr obliegt es den Landesregierungen staatliche Gelder an Betroffene zu verteilen. Und die wiederum müssen nachweisen, dass sie sich um Versicherungsschutz bemühten bzw. warum sie keinen Elementarschutz erhielten. Da schlichtweg kein Rechtsanspruch auf staatliche Finanzmittel besteht bleiben Betroffene im schlimmsten Fall auf sämtlichen Kosten sitzen.

Weitere Beiträge zu diesem Thema:
> Schützen Sie sich vor Unwettergefahren und Naturkatastrophen
> Versicherungswirtschaft rechnet mit mehr Unwettern
> Risiko für extreme Wetterlagen wächst bundesweit

Kündigung und Räumungsklage nach Leitungswasserschaden

Der Helfer einer Mietpartei bohrt aus Versehen eine Wasserleitung an. Prompt nimmt der Vermieter dies zum Anlass den Mietern der betroffenen Wohnung zu kündigen. In einem kürzlich veröffentlichten Urteil entschied das Amtsgericht München: Die Mieter dürfen bleiben. (424 C 27317/16)

Die Beklagten hatten im Münchener Stadtteil Schwabing eine Altbauwohnung gemietet, die sie zu Wohn- und Geschäftszwecken nutzten. Im Oktober 2016 wollte ein Bekannter der Beklagten in einem der Räume neue Fußleisten montieren. Er verwendete drei Zentimeter lange Dübel und traf bei einer der Bohrungen versehentlich die Hauptwasserleitung, welche nach einem rechtwinkligen Knick unter dem Putz auf Höhe der Fußleisten verläuft.

Der dadurch entstandene Schaden betrug fast 9.000 Euro. Natürlich machte der Vermieter den Wasserschaden gegenüber seiner Versicherung geltend. Er nahm den Vorfall allerdings auch zum Anlass das Mietverhältnis zu kündigen. Weder die Beklagten noch der Helfer hätten sich nämlich über den Leitungsverlauf erkundigt. Aufgrund früherer Bauarbeiten hätte ein ungewöhnlicher Leitungsverlauf erwartet werden müssen. Die Mieter stünden gar in der Pflicht den Leitungsverlauf in Erfahrung zu bringen.

Gericht sieht keine erhebliche Pflichtverletzung
Die Beklagten wollten die Wohnung nicht verlassen, worauf der Vermieter schließlich eine Räumungsklage einreichte. Das Münchener Amtsgericht sah allerdings keine schuldhafte Pflichtverletzung, die eine Kündigung des Mietverhältnisses rechtfertigen könnte. Vielmehr sei der Leitungsverlauf weder bekannt noch erkennbar gewesen und entspreche nicht dem Stand der Technik.

Eine fahrlässige Pflichtverletzung war allein die Nutzung drei Zentimeter langer Dübel, obwohl der Leitungsverlauf unbekannt war und daraufhin nicht mittels Leitungsdetektoren abgeklärt wurde. Nachdem der Kläger gegen die Entscheidung Berufung einlegte wies das Amtsgericht diese zurück und erklärte das Urteil für rechtskräftig.

> Pressemitteilung des Amtsgerichts München vom 02.02.2018.

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Schwarzer Schimmel

Familie leidet nach Fäkalschaden unter Schimmel

Der NDR berichtete am 8. November 2017 im Nordmagazin über die Familie Nsakas. Nach dem Versuch einer Rohrreinigungsfirma, eine Verstopfung zu beseitigen, wurde die gesamte Wohnung mit Schmutzwasser überflutet. Der Schaden wurde zwar behoben, der Schimmel kam aber trotzdem.

Es war der 5. September. Familie Nsakas erwartete den Mitarbeiter einer Rohrreinigungsfirma, um eine Verstopfung im Abwasserrohr der Toilette beseitigen zu lassen. Dieser griff zum Hochdruckreiniger. Beim Versuch, die Verstopfung zu lösen, spritzten Schmutzwasser, Fettrückstände und Fäkalien aus den sanitären Einrichtungen der Wohnung. Binnen Minuten bahnte sich das kontaminierte Gemisch seinen Weg durch sämtliche Räume. Selbst aus dem Waschbecken des Hausanschlussraumes, welcher selbst verschlossen war, quoll Abwasser heraus.

Die Rohrreinigungsfirma nahm das Wasser auf und beglich die Kosten des Wasserschadens. Dann aber kam der Schimmel. Möbel, Fliesen, Wände und Kleidung wurden vom Pilzbefall in Mitleidenschaft gezogen. Das Tragische im Fall der Nsakas: Sowohl die Mutter als auch die beiden Söhne leiden unter einer Stoffwechselstörung, weshalb sie Schadstoffe nicht vertragen und diese nur begrenzt im Körper abgebaut werden.

Trotz chemischer Desinfektion und der Entsorgung verschimmelter Gegenstände leidet die Mitglieder der Familie unter Kopfschmerzen, Übelkeit sowie Unwohlsein. Ein Verbleib in der Wohnung ist untragbar. „Wir haben diesen Wohnraum schadstofffrei gestaltet, eben aufgrund unserer Erkrankung“, sagt Frau Nsakas. Nun sucht die Familie verzweifelt nach einer neuen Bleibe.

Sachverständiger versucht zwischen den Parteien zu vermitteln

Zur Begutachtung der Lage und Vermittlung zwischen den beiden Parteien wurde schließlich ein unabhängiger Sachverständiger hinzugezogen. Er hat sich die Wohnung angesehen und vermutet, dass das Abwasser im Hausanschlussraum unter den Estrich lief. Da alle Räume miteinander verbunden sind, besteht bei Wasserschäden dieser Art immer die Gefahr, dass sich das Wasser unter dem Estrich über die komplette Wohnfläche verteilt.

Ob dies bei den Nsakas tatsächlich auch so passierte, kann leider nicht überprüft werden. Der Vermieter verbietet den Zutritt zum Hausanschlussraum. Die Beschwerden der Familie sind ihm bekannt. Handlungsbedarf sieht der Vermieter dennoch nicht. Auf Anfrage des NDR wird lediglich auf das Gutachten seiner Wohngebäudeversicherung verwiesen.

Die Wohngebäudeversicherung des Vermieters bezog wie folgt Stellung: „Im Rahmen der Schadenbeseitigung ist lediglich der Austausch des Randdämmstreifens im Hausanschlussraum und im Bereich der Zählerschränke im Treppenflur vorzusehen. Weitere Folgeschäden sind nicht vorhanden.“ Genau diese Sanierungsmaßnahme blieb allerdings aus.

Feuchtigkeit breitet sich auch unter dem Estrich aus

Hierzu erklärt der hinzugezogene Sachverständige, dass der Estrich grundsätzlich von Wandbauteilen getrennt werden muss: Dazu der Randdämmstreifen. Wenn diese Fugen jedoch nicht dauerhaft abgedichtet werden, besteht die Gefahr, dass über die Randdämmstreifen Feuchtigkeit unter den Estrich gerät und sich dort unbemerkt ausbreitet.

Für den Experten wäre es überaus wichtig, die Ursache für den Schimmelbefall zu lokalisieren. Ohne rasches Handeln, so fürchtet Familie Nsaka, wird die Wohnung sonst zum Nährboden für noch mehr Schimmel. Der Verdacht einer feuchten Estrich-Dämmschicht erhärtet sich, da über den Heizkreisverteiler der Fußbodenheizung eine Geruchsbelästigung wahrnehmbar sowie Schimmelpilze darin sichtbar sind.

In einem kommenden Beitrag lesen Sie die Statements von Detlef Krause, Mitglied des Bundesverbands Feuchte & Altbausanierung e.V., der im Anschluss zum Beitrag interviewt wurde.

>> Den Videobeitrag in voller Länge finden Sie in der NDR Mediathek.

Estrichtrocknung von Fließestrich im Neubau

Fließestriche besitzen hervorragende Trocknungseigenschaften. Sie härten rasch aus und sind Zugluft gegenüber unempfindlich. Trotzdem gibt es einige Faktoren, die bei der Estrichtrocknung von Fließestrich beachtet werden sollten.

Bevor der Estrich getrocknet werden kann braucht er mindestens 24 Stunden Zeit zum Abbinden. Sobald er begehbar ist darf schließlich mit dem Lüften begonnen werden. Selbstverständlich muss bei geöffneten Fenstern oder Türen darauf geachtet werden, dass kein Niederschlagswasser in den Raum eindringt. Es muss aber auch sichergestellt werden, dass die Gebäudefassade nicht zugehängt beziehungsweise der frische Estrich nicht zugestellt ist.

Die Trocknung von Estrich ist erforderlich, da er durch die Herstellung überschüssiges Zugabewasser enthält. Das Aufbringen der Bodenbeläge kann erst erfolgen, wenn der Wassergehalt ausreichend gesunken, die sogenannte Belegreife erreicht wurde. Im Gegensatz zu Zementestrichen ist beim Fließestrich allerdings kein Aufschüsseln zu befürchten. Neben der natürlichen Austrocknung durch systematisches Lüften eignet sich, aufgrund der immensen Zeitersparnis, vor allem die technische Estrichtrocknung zum zügigen Erreichen der Belegreife.

Estrich mit Bautrockner und Bauheizer trocknen

Eine bewährte Methode zur Estrichtrocknung ist der Einsatz von Bautrocknern, die nach dem Kondensationsprinzip funktionieren. Dabei wird die vom Fließestrich an die Raumluft abgegebene Feuchtigkeit im Bautrockner extrahiert und abgeführt. Je höher dabei die Raumtemperatur ist, desto mehr Feuchtigkeit kann die Luft aufnehmen und das Entfeuchtungsgerät letztlich abscheiden.

Abhängig vom Grundriss der Räumlichkeiten helfen Ventilatoren die feuchte Raumluft zum Luftentfeuchter zu transportieren. Das kann zum Beispiel dann nötig sein, wenn die Aufstellung des Entfeuchters aus Platzgründen nicht in jedem Raum möglich ist. Ganz davon abgesehen verkürzt ein zusätzliches Gebläse grundsätzlich die Trocknungszeit.

Um auch im Winter eine angemessene Dauer der Trocknung zu realisieren, kann die Raumtemperatur durch Heizgeräte künstlich erhöht werden. Hier muss jedoch von Gasheizern oder Ölheizkanonen abgesehen werden, da diese mit ihren Abgasen Feuchtigkeit an die Raumluft abgeben. Die Wahl fällt demnach auf Elektroheizer, welche dieser Problematik nicht unterliegen. Allgemein richtet sich die Wahl und Anzahl der Trocknungsgeräte nach dem Raumvolumen sowie dem Feuchtegehalt des Estrichs. Vom Raumvolumen und der Estrichfläche hängt am Ende auch die Trocknungsdauer ab. Bei Neubauten beträgt die Zeit zum Trocknen ohne technische Hilfsmittel in der Regel eine Woche pro Zentimeter Estrichstärke, ab dem fünften Zentimeter dann die Zeit zum Quadrat. Eine professionelle Bautrocknung kann die Dauer um bis die Hälfte verkürzen.

Über diese Faustformel hinaus berät Sie der Fachmann Ihrer Wahl anhand der örtlichen Gegebenheiten zur voraussichtlichen Dauer der Estrichtrocknung. Ein Profi vom Fach sorgt zugleich dafür, dass alle Arbeiten fachgerecht ausgeführt werden und Folgegewerke planmäßig beginnen können.

Schimmelbildung durch Wärmebrücken begünstigt

Wärmebrücken sind Schwachstellen an der Gebäudehülle, über die Wärme schneller verloren geht als durch angrenzende Bauteile. Als unmittelbare Folge kühlt das betreffende Bauteil aus. Raumluftfeuchte kondensiert daraufhin an der Bauteiloberfläche und fördert die Schimmelbildung.

Deckenanschlüsse, Mauersohlen oder Rolladenkästen sind Bauteile, an denen immer wieder Wärmebrücken festgestellt werden. In vielen Fällen lassen sich die auch als Kältebrücken bekannten Schwachstellen auf überholte Bauweisen zurückführen. Sie können aber ebenso durch mangelhafte Sanierungsmaßnahmen entstehen. Fenstersanierungen haben sich in diesem Zusammenhang als besonderer Problemfall erwiesen.

Während alte Fenster meist eine Einfachverglasung und einen atmungsaktiven Holzrahmen besitzen, weisen moderne Fenster Dreifachverglasungen und luftdichte Kunststoffrahmen auf. Befindet sich die bei neueren Fenstern oft kälteste Stelle im Raum bei einfach verglasten Fenstern noch an der Fensterscheibe, verlagert sie sich an die angrenzende Außenwand.

Vor der Sanierung von Fenstern und anderen Bauteilen sollte ein Sachverständiger konsultiert werden, der in einer Bestandsaufnahme unter anderem den Wärmedurchgangskoeffizienten ermittelt. Dies ist auch eine Voraussetzung um eine Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für die Sanierung zu bekommen. Zudem werden bestehende Wärmebrücken rechtzeitig entdeckt, sodass sie im Rahmen der Sanierung behoben werden können. Trotz baulicher Maßnahmen sind nicht zuletzt die Nutzer oder Bewohner in der Verantwortung der Schimmelbildung durch gezieltes Heizen und Lüften entgegenzuwirken.