Mauerwerkstrocknung mit Infrarotstrahlung

Das Trocknen einer Mauer mit Infrarotstrahlen gilt als zeitsparende und wirtschaftliche Methode. Glücklicherweise klingt das Prinzip komplizierter als seine technische Umsetzung. Dennoch wird dieses effiziente Verfahren in der Praxis vergleichsweise selten eingesetzt.

Infrarotstrahlung ist mit dem bloßen Auge nicht sichtbar. Die mit Infrarotstrahlen erzeugte Wärme spüren wir dagegen. Der Wärmeeffekt kommt einem Kachelofen gleich. Somit wird die Luft auch bei der Infrarottrocknung nicht oder nur mäßig erwärmt, wohingegen sich dichte Materie (z. B. unser Körper und das Mauerwerk) deutlich stärker aufheizt.

Im Falle des Mauerwerks führt das Aufheizen der Wandoberfläche zu dessen Abtrocknung. Die Feuchtigkeit wird dabei gleichmäßig über die Kapillaren an die Oberfläche geleitet, wo sie schließlich verdunstet. Dank der buchstäblichen Tiefenwirkung wird das Verfahren auch bei größeren Wandstärken erfolgreich eingesetzt. Der Nachteil liegt lediglich in der Größe der eingesetzten Infrarottrockner (auch Infrarotheizplatten). Meist sind gleich mehrere Geräte erforderlich, um einen Wandabschnitt abzudecken. Allerdings bieten die Hersteller hier bereits diverse Gerätegrößen an, welche in der Praxis ein ordentliches Maß Flexibilität gewähren.

Nicht verwechseln: Mauerwerkstrocknung und Mauerwerkstrockenlegung

Im Gegensatz zur Mauerwerkstrocknung wird bei Maßnahmen zur Instandsetzung von feuchte- und salzgeschädigten Mauerwerken der Begriff Mauerwerkstrockenlegung verwendet, obgleich dieser ungeeignet oder zumindest strittig ist. Eine absolute Bauwerkstrockenlegung ist nämlich physikalisch und technisch umöglich. Bestimmte Verfahren, Systeme und Produkte senken lediglich den Feuchtegehalt im Mauerwerk, bis die jeweilige Gleichgewichtsfeuchte erreicht wird.

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