Leitungswasserschäden im Ost-West-Vergleich

Rund 1,1 Millionen Leitungswasserschäden verzeichnen Versicherungen bundesweit pro Jahr. Im Schnitt platzt alle 30 Sekunden irgendwo ein Rohr. Hervor geht dies aus Zahlen des  Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Interessant hierbei: Der Schadenindex liegt in den neuen Bundesländern vergleichsweise niedriger als in Westdeutschland.

Der gemeine Leitungswasserschaden hält Sanierungsfachbetriebe und Versicherungen auf Trab. Belief sich ihre Summe in der Gebäudeversicherung im Jahr 2005 noch auf rund 1,6 Mrd. Euro, sind es im Jahr 2015 bereits 2,3 Mrd. Euro gewesen. Hinzu kamen bei diesem ohnehin stattlichen Betrag noch weitere 230 Millionen Euro Schäden in der Hausratversicherung.

Über die Schadenhöhe hinaus hebt die Auswertung des GDV allerdings noch weitere Fakten hervor. So wurde im Bundesdurchschnitt zudem der Schadenindex berechnet. Auf Basis des Schadensatzes ergibt er das Verhältnis des Schadenaufwandes zur Versicherungssumme. Nimmt man hier den Wert 100 als Ausgangsreferenz, wird ein eindeutiges Ost-West-Gefälle sichtbar.

Trauriger Spitzenreiter des Rankings ist die Stadt Köln. Mit einem Index von 263 treten in keiner anderen Stadt so viele Leitungswasserschäden auf. Jedoch stellt Köln keinen Einzelfall dar: Viele Westdeutsche Städte wie Krefeld, Mannheim oder Karlsruhe haben überdurchschnittlich hohe Schadensraten. In den neuen Bundesländern liegt dagegen kein Schadenindex über 80. Der Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg führt das Ranking sogar mit dem niedrigsten Wert (36) an.

Gründe für die Unterschiede sind die Leitungssysteme in der Bundesrepublik. Wurden unzählige Gebäude im Osten nach der Wiedervereinigung saniert, haben die Rohre im Westen weitaus mehr Jahrzehnte auf dem Buckel. Hinzu kommt, dass viele Privatleute die Kosten einer Sanierung im Eigenheim fürchten. Das empfohlene Prüf- und Sanierungsintervall von 30 Jahren wird da meist überschritten.

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