Praxiswissen kompakt: Dämmschichttrocknung im Unterdruckverfahren

Service Liesner Bautrocknung NRW

Der Wasserschaden in Gebäuden hat viele Gesichter. Ein Schadensbild gleicht selten dem anderen. Dennoch gibt es typische Merkmale, anhand derer wir die Lage beurteilen und angemessene Gegenmaßnahmen ergreifen können. Eine durchnässte Estrich-Dämmschicht zählt zu besagten Fällen. Hier dringt das Wasser durch den Bodenbelag und setzt sich unter dem Oberboden ab. Die Tücke dahinter: Häufig bleiben derartige Schäden unbemerkt, da sie oft erst vom Fachmann erkannt werden können. Besonders problematisch wird es, wenn die Zeit verstreicht. Infolge dessen bilden sich Schimmelpilze sowie Bakterien, die zu weitreichenden Folgen für Bewohner als auch für die Bausubstanz führen.

Wird bei einem gesichteten Wasserschaden die Durchfeuchtung der Unterböden festgestellt, leiten unsere spezialisierten Techniker umgehend alle Maßnahmen für eine fachgerechte Dämmschichttrocknung ein. Dabei setzen wir in aller Regel auf das bewährte Unterdruckverfahren; auch Vakuum- oder Saugverfahren. Bei dieser Methode werden in der Estrich-Dämmschicht befindliche Luft und Wasser herausgesogen und durch eine sogenannte Trocknungskette geleitet.

Dafür werden präzise Bohrungen im Boden vorgenommen, um Schläuche einzuführen, welche mit den Aggregaten der Trocknungskette verbunden werden. Leistungsstarke Seitenkanalverdichter, das sind mobile Spezial-Turbinen, erzeugen bei diesem Prinzip ein Vakuum unter dem Bodenbelag. Feuchte Luft, Wasser und im schlimmsten Fall Schimmelpilzsporen werden über die Bohrlöcher in das Schlauchsystem gesogen. Darüber gelangt das Gemisch zunächst in einen Wasserabscheider. Getreu seines Namens wird das Wasser dort abgeschieden – es verbleibt im Tank des Gerätes. Die feuchte Luft durchläuft weiter entweder einen hocheffektiven HEPA-Filter (bei Gefahrenrisiko aufgrund von Schimmelpilzbildung) oder wird sofort in den Raum gefördert. Hier übernehmen Luftentfeuchter die Trocknung der Abluft. Diese nun getrocknete Luft wird anhand des herrschenden Vakuums in der Dämmschicht erneut in den Unterboden gesogen, wo sie wieder Feuchtigkeit aufnimmt. Hierfür erfolgen im Vorfeld eigens vorgesehene Bohrungen bzw. das Öffnen der Randfugen. Der Prozess beginnt anschließend von vorne bis zuverlässige Messungen angestrebte Zielwerte attestieren.

5 Vorteile der Dämmschichttrocknung im Unterdruckverfahren

  • Anwendbar, wenn das Wasser in der Dämmschicht „steht“
  • Geeignet für durch Bakterien und Schimmelpilzen kontaminierte Umgebungen
  • Weitere Bewohnung der Räumlichkeiten bei geringer Lärmbelästigung möglich
  • Zuverlässige Methode, die den Bodenaufbau nur geringfügig beschädigt
  • Adäquate Trocknungszeit dank effizienter Geräte in der Trocknungskette

2 Kommentare zu “Praxiswissen kompakt: Dämmschichttrocknung im Unterdruckverfahren

  1. Stefan Reply

    Hallo, ich habe bei dem Unterdruckverfahren große Zweifel weil es nur zur Beruhigung der Kundschaft angeboten wird denn: bei einem Unterdruckverfahren ziehe ich die mit Sporen (Schimmelpilz) die in der Luft bzw. an den belasteten Wänden oberhalb vom Estrich und unterhalb in den Bodenaufbau. Dort können die Sporen sich an allen möglichen Gegenständen Wasserleitungen Stromleitungen Dreck vom Bau Holzreste usw. hängen bleiben und somit wäre ohne eine fachgerechte Desinfektion (sehr kostenintensiv) eine Austrocknung genauso fehlerhaft wie beim Überdruckverfahren. P.s beim Unterdruckverfahren Kondenstrockner zu benutzen ist widersprüchlich da der Kondenstrockner für eine Luftumwirbelung im Raum sorgt. und somit die Sporen eh verteilt wurden. Beim Unterdruckverfahren ergibt sich außerdem noch das Risiko falls die angesaugt Luft nach außen über ein Fenster abgeleitet wird ein Einbruchsrisiko was das unterdruckverfahren komplett aus dem Renn für eine fachgerechte Trocknung macht.

  2. Dösch Peter Reply

    Bei mir wird gerade das Unterdruckverfahren angewendet. Fast genau so, wie im Artikel beschrieben.
    Einziger Unterschied: Die abgesaugte Luft wird nach Durchlaufen der Kette ins Freie geblasen.
    Die Trocknungsergebnisse sind sehr gut. Das liegt aber meiner Meinung nach am momentan extrem geeigneten Wetter. Das könnte auch ganz anders sein, was ich jetzt kurz erläutere:
    Der Bodenaufbau besteht aus wasserundurchlässiger Betonbodenplatte, darüber eine 4cm Styropordämmung, darüber der schwimmende Estrich. Die wasserundurchlässige Bodenplatte hat keine Isolierung und hat deshalb die Erdtemperatur, die unter dem Haus vorherrscht. Ich schätze mal ca. 12°. Der Estrich ist durch das Styropor isoliert und hat deshalb die Raumtemperatur des Kellerraumes. Die ist durch die Maßnahmen angestiegen und ich schätze die Estrichtemperatur auf ca. 20 °C.
    Die Trocknungsluft ist die Luft des Kellers (Sie strömt in den Bodenaufbau, um die abgesaugte Luft zu ersetzen). Nur wenn der Taupunkt dieser nachströmenden Luft deutlich unterhalb der Temperatur des Estrichs und der Bodenplatte liegt, kann er Estrich und Bodenplatte trocknen. Momentan ist der Taupunkt meiner Kellerluft bei 6°. Die Trocknung funktioniert also.
    Der Taupunkt ist aber deshalb so niedrig, weil die Außenluft momentan extrem trocken ist. Weil die abgesaugte Luft nach außen geblasen wird, strömt logischerweise Außenluft zurück ins Gebäude. Die Außenluft bestimmt also den Taupunkt meiner Kellerluft. (Der Luftaustausch ist so hoch, dass die zusätzlich aufgestellten Kondenstrockner die hereinströmende Außenluft nicht substanziell abtrocknen können.)
    Bei einem Wetterumschwung könnte im Juni der Taupunkt locker auf 15°C ansteigen. Dann hat meine Kellerluft einen um 10° höheren Taupunkt (Wahrscheinlich ca.18°). Diese Luft kann maximal den 20° warmen Estrich noch trocknen. An der 12° kalten Bodenplatte setzt Kondensation ein. Sie würde wieder feucht werden. Das Verfahren ist dann nicht mehr geeignet.
    Bei hohem Taupunkt in der Außenluft darf entweder die Trocknungsluft nicht nach außen geleitet werden, oder es muss das Überdruckverfahren angewendet werden.

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